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Pastor-Löh-Gymnasium in Burscheid, Klassentreffen                      
Untertertia Parvus, Walli, Henke, Rösler, Fips, Bubus, Mentzen, Lo, ? , La-Ü
Das waren wir in der Untertertia Das waren einige unserer Lehrer

Im Juni 1944 wurden wir in die Städtische Oberschule für Jungen in Burscheid eingeschult. Den Unterricht erhielten wir damals im Schulgebäude gegenüber der katholischen Kirche. Bei Bombenalarm wurde im Keller unterrichtet. Aus Sicherheitsgründen stellte die Schule ihren Betrieb schließlich ganz ein.
Erst nach Kriegsende ging es weiter. „Anstaltsleiter“ wurde Studienrat Neubacher. Zunächst war der Unterricht in der damaligen Volksschule neben den Götzewerken. So gab es am 5. April 1946 die ersten Zeugnisse. Es begann ein neues Schuljahr. Unsere Klasse wurde in die neuen Klassen Sexta und Quinta geteilt. Das Schuljahr war in Tertiale geteilt, das heißt, es gab dreimal im Jahr Zeugnisse. Im Laufe dieses Schuljahres wurde das Gebäude an der Höhestraße zum eigentlichen Schulgebäude. Die Schule bekam den Namen „Pastor-Löh-Schule Burscheid, Progymnasium“. Der Zusatz „Progymnasium“ sagte aus, daß die Schule nach der Untersekunda (heute: elfte Klasse) endete. Interessant war das Schulsiegel: es war das alte Siegel aus der Kriegszeit, bei dem man das Hakenkreuz rausgeschnitten hatte, Adler und Ring blieben erhalten.

19 Ehemalige Es mußte Schulgeld gezahlt werden; dies wurde 1949 um einen sogenannten Auswärtigen-Zuschlag, um DM 60,- erhöht. Nach besonderen Prüfungen konnten Schüler allerdings eine teilweise Schulgeldbefreiung erhalten.
Der Sportunterricht fand in der Turnhalle am anderen Ende von Burscheid statt. Der Weg dorthin wurde zu Fuß oder mit den Rädern
zurückgelegt. 
1948 übernahm Dr.Kaltenpot die Schulleitung.
1949 feierte die Schule ihr 100-jähriges Bestehen. In dem Jahr erhielt sie den neuen, endgültigen Namen: „Pastor-Löh-Gymnasium Burscheid“. Der Zusatz „Progymnasium“ fiel weg, wohl weil die Stadt Burscheid damals die Einrichtung eines Vollgymnasiums geplant hatte. Diese Aufstockung wurde leider nie verwirklicht.
19 Ehemalige beim Klassentreffen
Das Pastor-Löh-Gymnasium war eine Schule mit allen normalen Höhen und Tiefen schulischen Lebens. Jungen und Mädchen wurden damals schon zusammen unterrichtet. Aus unserer Klasse sind fünf Ehepaare entstanden, von denen noch keines geschieden ist. Obligatorisch waren die Schulmessen und Schulgottesdienste, an denen auch immer einige Lehrer teilnahmen. Der ebenfalls obligatorische Religionsunterricht wurde nach beiden Konfessionen getrennt gegeben. Die evangelischen und katholischen Geistlichen, die Pastoren Schreiner und Häberlein und der Vikar Carls waren gute Freunde - damals schon Vorboten der heutigen Ökumenebestrebungen.
Wichtiger Teil des Schullebens war die Schulspeisung. Über lange Zeit mußte täglich eine Abordnung von Schülern die Schulspeisung mittel einer Handkarre an der Volksschule abholen und zu unserer Schule den Berg hinaufschieben. Die Organisation lag beim Hausmeister Eugen Mebus. Dieser bergische Urtyp „Ich und der Herr Direktor“ hatte alle Fäden in der Hand. Er kannte auch praktisch alle Schüler mit Namen und wußte die Schülergeschwister einander zuzuordnen. Eugen Mebus hielt den Laden zusammen.
Die Schule hatte ein großes Einzugsgebiet. Es gab Schüler, die einen Fußweg von einer Stunde hatten, wenn kein Fahrrad zur Verfügung stand. Viele Schüler kamen mit der Eisenbahn.
Das heutige Anspruchsdenken war uns praktisch fremd, Papier war in den ersten Jahren Mangelware. Damals kamen die ersten Kugelschreiber auf, die allerdings fürchterlich schmierten.
Viele Lehrer hatten Spitznamen: Bubus, Fips, Oma, Walli, Lo, Parvus, La-Ü. In den heutigen Gymnasien ist dies nur noch selten üblich; es hat etwas mit der inneren Einstellung zu Lehrer und Schule zu tun.
Aufstellen
Vor dem "Aufstellen"
Schnappschuß

Die Lehrmethoden waren zwar aus heutiger Sicht teilweise hart, aber wir alle haben ein gründliches Fundament für das spätere Leben erhalten. Die beruflichen Erfolge, auf die wir heute zurückblicken können, beweisen dies.
Am 21. März 1951, also vor fünfzig Jahren, war die Untersekunda zu Ende, wir bekamen die Abschlußzeugnisse. In der Gaststätte „Torschenke“ in Altenberg hielten wir unsere Abschlußfeier. Wir gingen auseinander. Viele verloren sich aus den Augen. Einige zogen weit weg: München, Genf, Luxemburg, etc. Wir haben uns eigentlich immer in größeren zeitlichen Abständen getroffen, aber in den letzten Jahren sehen wir uns doch wieder regelmäßig einmal im Jahr. Erfreulicherweise nehmen auch von denen, die weit weg wohnen, immer welche teil. Auch sie kommen nicht von unserer alten Schule los.

Ein Schnappschuß

 

erstellt am 8.10.01 Webmaster: Ludwig Valder zurück zur Übersicht zurück zum Seitenanfang